Lieferketten, Siegel und Verantwortung

Zu Lieferketten klare Stellung beziehen, denn wir dürfen wissen, woher unsere Produkte kommen.

Lieferketten verstehen

Ein Mann mit Baumwoll-Ernte zur Produktion für fair gehandelte T-shirts.

Weißt du eigentlich, wie viele Menschen dein T-Shirt in der Hand hatten, bevor es bei dir angekommen ist?

Bevor ein Produkt im Laden liegt, durchläuft es oft viele Stationen: Rohstoffe werden angebaut, Materialien verarbeitet, Produkte hergestellt, transportiert und verkauft. Entlang dieser Lieferketten arbeiten zahlreiche Menschen – häufig in unterschiedlichen Ländern. Dabei entsteht Wertschöpfung an vielen Stellen. Doch dieser Wert wird nicht immer fair verteilt.

Gerade am Anfang der Lieferkette, dort wo Rohstoffe angebaut oder erste Verarbeitungsschritte stattfinden, erhalten viele Produzent*innen nur einen kleinen Teil des späteren Verkaufspreises. Deshalb wird zunehmend darüber diskutiert, wie Lieferketten transparenter und gerechter gestaltet werden können.

Orientierung bei Siegeln und Labels

Viele Produkte tragen heute Siegel oder Labels, die nachhaltige oder faire Produktionsbedingungen kennzeichnen sollen.Für Verbraucher*innen ist es jedoch oft schwer zu erkennen, welche Siegel tatsächlich strenge Kriterien haben und welche eher als Marketinginstrument genutzt werden.

Unabhängige Informationsplattformen helfen dabei, den Überblick zu behalten und verschiedene Siegel besser einzuordnen.

Hilfreiche Informationen bieten zum Beispiel:

  • Das Logo vom Siegelchecker: Siegelklarheit um den Kunden:innen Klarheit zu geben beim Kauf.

    Siegelklarheit – eine Informationsplattform des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

  • Romero Initiative - der Labelchecker für den Alltag.

    Labelchecker der Romero Initiative

    Diese Plattformen erklären, welche Kriterien hinter verschiedenen Siegeln stehen und worauf beim Einkauf geachtet werden kann.

Verantwortung in globalen Lieferketten

Neben freiwilligen Initiativen wird auch politisch darüber diskutiert, wie Unternehmen stärker Verantwortung für ihre Lieferketten übernehmen können.

Ein wichtiger Schritt in Deutschland ist das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Es verpflichtet größere Unternehmen dazu, Risiken für Menschenrechte und Umwelt entlang ihrer Lieferketten zu analysieren und Maßnahmen dagegen zu ergreifen.Das Gesetz soll dazu beitragen, mehr Transparenz und Verantwortung in globalen Lieferketten zu schaffen.

Viele zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich darüber hinaus für stärkere Regelungen ein, damit Menschenrechte und Umweltstandards entlang globaler Lieferketten besser geschützt werden.

Weiterführende Informationen zum Lieferkettengesetz und zur politischen Diskussion bietet die Initiative Lieferkettengesetz.

Zusammenhang mit dem Fairen Handel

Der Faire Handel setzt viele dieser Prinzipien bereits seit Jahrzehnten praktisch um. Durch transparente Handelsbeziehungen, langfristige Partnerschaften und faire Preise zeigt er, wie Lieferketten gerechter gestaltet werden können. Damit liefert der Faire Handel wichtige Erfahrungen und Beispiele dafür, wie wirtschaftliche Verantwortung entlang globaler Lieferketten aussehen kann.

Logo für "Ziele für nachhaltige Entwicklung in München".

Fairer Handel und die globalen Nachhaltigkeitsziele

Der Faire Handel steht in engem Zusammenhang mit den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals – SDGs).

Diese Ziele wurden 2015 verabschiedet und sollen weltweit dazu beitragen, Armut zu bekämpfen, Ungleichheiten zu verringern und Umwelt und Klima zu schützen. Viele Prinzipien des Fairen Handels tragen direkt zu diesen Zielen bei – zum Beispiel:

  • menschenwürdige Arbeit und faire Einkommen

  • Geschlechtergerechtigkeit

  • nachhaltiger Konsum und Produktion

  • Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung

Der Faire Handel in München und wir als Fairtrade Stadt München zeigen damit ganz konkret, wie globale Nachhaltigkeitsziele im Alltag und in wirtschaftlichen Beziehungen umgesetzt werden können.
→ Mehr zu den Nachhaltigkeitszielen der Stadt München.

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